Von gestern gibt es nicht viel zu berichten, wir sind Auto gefahren. Einige Kilometer mehr als wir ursprünglich geplant hatten. Da wir aber so viel schneller waren, haben wir spontan umgeplant und sind nachmittags noch über die Grenze. Das Spektakel Grenze hat uns gut 1,5 Stunden gekostet. Es ging teilweise nicht vorwärts, nicht rückwärts und auch nichts seitwärts. Wir waren zwischen Autos, LKWs und Menschen gefangen.

Doch irgendwann hatten wir die Massen hinter uns gelassen und konnten zur romantischsten Campsite ever aufbrechen. Direkt an der Straße und 4 km hinter der Grenze. Doch für eine Nacht ok, denn heute ging es noch mal zum Marakele NP. Vielleicht erinnert ihr euch noch, die 1. Nacht mit unserem Zelt haben wir da verbracht. Da wir da keine Zeit hatten uns den Park anzuschauen hat es uns noch einmal dahin gezogen. Leider haben wir nur keine Campsite da bekommen. Es hat sich aber gelohnt…

Ich kann schon mal vorab greifen: wieder keine Löwen oder Leoparden, dafür eine Landschaft, die uns sehr begeistert hat. Und eine Straße, na ich weiß noch nicht wie wir sie beschreiben sollen. Lebensmüde, traumhaft, steil, guter Zustand, Absturzgefahr, grandioser Blick, harmlos, wenn kein Gegenverkehr, Panorama, nicht europäisch, nicht genormt… Ich weiß es einfach nicht….












Wir waren auf dem Weg zum Viewpoint. Auf der Karte eine recht gerade Straße mit einem 90 Grad Knick in der Mitte. Das Tor zum 2. Teil des Parks öffnet sich und wir fahren unvoreingenommen los. Rechts und links Büsche, angeblich wilde Tiere und eine normale Straße mit normalen Schlaglöchern und einer guten Breite. Es folgt eine Steigung und weiter geht es. Insgesamt 21 km, sagen die Schilder. Vor uns ein normales, kleines Auto, selten aber immer mal wieder Autos, die uns entgegen kommen. Die Straße wird etwas schmaler, kennen wir von NP Straßen, kein Beinbruch, denn rechts oder links kommt immer mal wieder eine Fläche über die man ausweichen kann. Doch irgendwann wird die Straße noch schmaler, hat dafür aber keine Schlaglöcher mehr, aber sie wird steil. Mit steil meine ich wirklich richtig steil. Wir fahren weiter, solange uns kein Auto entgegen kommt ist alles gut, denn die Straße war max. 1,5 m breiter als wir. Und links war der Abgrund, recht die Bergwand. Ein tiefer Abgrund, doch solange keiner kommt – easy… Doch auf den letzten Metern kam ein anderes Auto und leider auch ein dickes Auto.

Stillstand. Einer oben, wir unten und keiner von uns hatte eine Idee, wie wir auf dieser engen Straße aneinander vorbei fahren sollten. Also: aussteigen und Lage sondieren, unser gegenüber stehendes Auto macht das auch so. Es geht nichts über Steilklippenbekanntschaften! Zum Glück sind beide ziemlich entspannt und geduldig und nach ein bisschen hin und her bewegen wir auch unser Auto langsam an der Wand entlang rückwärts nach unten. Um eine Kurve herum sieht es so aus, als wäre die Straße etwas breiter – breit genug für uns beide? Wir kuscheln uns eng an die Wand, unser Straßenpartner bewegt sich langsam am Abgrund an uns vorbei. Wahnsinn! Vor lauter Aufregung haben wir leider vergessen, Photos zu machen – aber wir vier waren uns einig: was für eine Challenge!
Dass wir im Park keine Campsite bekommen haben, ist schade. Aber wir wurden mit der, die wir auf einer Farm gefunden hatten, mehr als entschädigt! Riesige Campsite mit Bäumen, tollem Lagerfeuer-Platz und guten Anlagen. Nach unserem dekadenten Mahl (Burger im Sauerteigbrot mit Tomaten-Avocado Salat sitzen wir am Feuer und werden gleich schlafen gehen. Eine letzte Nacht mit Wehmut, wir werden den Hillux, das Zelt und unsere Mondkapsel vermissen! Morgen geht es zurück nach Johannesburg. Wir hätten zwar erst am Sonntag morgen abgeben müssen, aber wegen des langen Feiertags-Wochenende haben wir einfach keine gute Campsite gefunden. Also Samstag Nachmittag abgeben und in Ruhe in Rosebank schlafen.





