Am nächsten Morgen haben wir uns mit dem Auto etwas weiter in den National Park (Buffalo Gate) vorgewagt: etwas über die Gravelroad, dann über Sand am Wasser lang. Sehr schön, wenn auch mit nicht so vielen Tieren. Ein Hoffnungsschimmer! Drei Autos an einem Fleck, zwei davon Safari-Wagen – das bedeutet oft: hier gibt es was zu sehen.



Gab es auch, allerdings ganz andere Attraktionen: Acht Menschen, viele mit Gewehren, sprangen von einem Toyota ab und liefen in Sand und Büschen herum. Auf die Frage: „was macht ihr da?“ gab es nur die Antwort: der Supervisor sagt uns gleich Bescheid. Wir sollen parken und warten. Ein Fahrer nach dem Anderen kam zerknirscht mit einem Zettel zurück zu seinem Auto. Wir dann schließlich auch…
Offenbar sind wir auf einer nicht erlaubten Offroad-Strecke gefahren, komischerweise genau auf der Strecke, die man uns am Eingang des Parks empfohlen hatte und an der Stelle, die auf unsere Karte als „Viewpoint“ eingetragen war. Aber alle Argumente halfen nichts: wir sind mit einem Strafzettel und einer Geldstrafe weiter gefahren.
Weil wir aber keine Namibianer sind, mussten wir die Strafe gleich an der nächsten Polizestation bezahlen. Auf dem Weg dahin gab es noch ein paar Gelegenheiten für Diskussion und Protest, z.B. gemeinsam mit einer Gruppe Namibier am Gate und mit einer Parkmanagerin, die uns völlig zustimmte. Aber es half nichts, der Strafzettel war ausgefüllt und musste bezahlt werden. Ärgerlich!
Dafür wurden wir am Nachmittag nach 2-3 Stunden strikt gradeaus laufender Straße am anderen Ende des Parks (Kwando Core Area) mit einen wirklich großartigen Parkabschnitt und einer wunderschönen Campsite (Nambwa) belohnt: mitten im Nirgendwo, direkt am Wasser, ohne Zäune, dafür mit eigenem Wifi-Router und tollen Mitarbeitenden. Und die Anlagen für Dusche und WC aus recycelten Flaschen aus Glas und PET gebaut, sehr cool.







Schon am Abend, kurz nach dem Zähneputzen – unser Feuer brannte noch – stiefelten bestimmt 5 oder 6 Hippos direkt am Camp vorbei auf die Grasflächen gegenüber und schmatzen, grunzten und stapften durchs Wasser. Was für ein Anblick, was für tolle Geräusche. Die gingen auch über Nacht weiter und am nächsten Morgen weckten uns kurz vor Sonnenaufgang die Hippos auf dem Rückweg in ihre Lagune.



Nach Kaffee, Frühstück – wir warteten leider vergeblich auf den Löwen, der vor vier Tagen morgens an Campsite 5 vorbeigeschaut hatte – und einem Plausch mit den Nachbarn machten wir uns auf den Weg auf einen kleine Game Drive und danach auf die etwa 3-4 Stunden Fahrt zu unsere nächsten Station.




Heute Abend und morgen sind wir am Chobe River und zum ersten Mal nach jetzt zwei Wochen wieder in einem Bett. Fühlt sich wirklich eher komisch an.

